Finally arrived in Barbados!


2218 Seemeilen, 368 Stunden oder 16 Tage, zu fünft los, zu viert angekommen.

Nun aber der Reihe nach. Zwei Tage nach der Ankunft aus Deutschland klagte Florian über Unwohl sein. Durchfall und Fieber plagten ihn. Nach zwei Tagen haben wir ihn zum Arzt geschickt. Die Diagnose; Salmonellen Infekt! Somit verzögerte sich unser geplanter Start über den Atlantik um fünf weitere Tage. Am Donnerstag 13. Dezember 2018 um 10.45 wurden dann schliesslich die Leinen gelöst, schnell noch Diesel getankt und los ging es. Die ersten zwei Tagen auf See waren geprägt von drei bis vier Meter hohen Wellen von Achtern, der Speed mit 6.4kn im Schnitt entsprechend hoch. Am dritten Tag wurden die Wellen dann kleiner und der Wind drehte sich bereits in die richtige Richtung damit wir die Segelstellung auf Vorwindkurs, und somit als Schmetterling (Grosssegel auf der einen Seite, Genua/Vorsegel auf der andern Seite) unterwegs sein konnten. Leider informierte uns Florian über seinen zunehmend schlechteren Gesundheitszustand, welcher mit anhaltenden Kopfschmerzen und Stechen/Ziehen in der linken Brust bemerkbar machte. Nach dem Nachtessen wurden die verschiedenen Optionen diskutiert, eine Rückkehr nach Mindelo wurde in Betracht gezogen. So wurden kurzerhand die Segel geborgen und den Kurs wieder auf Mindelo geändert. Leider waren die Wellen sowie auch die Strömung derart gegen uns, dass wir nur rund 3kn Speed über Grund erreichten. Aufgrund des Dieselvorrates war eine erfolgreiche Rückkehr aussichtslos. Über das Satellitengerät Garmin wurde die Seenotrettung kontaktiert. Wir wurden angewiesen die Geschwindigkeit zu drosseln bis eine Lösung ausgearbeitet wurde. Am nächsten Tag hiess es zunächst, dass ein Helikopter kommen würde, nach ein paar Stunden wurde diese Lösung wieder storniert da wir bereits ausserhalb der Reichweite des Helikopters befanden. Am Ende des Tages wurden wir dann informiert, dass das Hospital Ship "Esperanza del Mar" den Kurs auf uns geändert hat. Da sich das Schiff rund 850sm weiter südlich befand betrug die Ankunftszeit 48 Stunden. Da sich Florian zunehmend besser fühlte haben wir die Rettungsaktion abgeblasen und die Fahrt Richtung Karibik wieder aufgenommen. Bereits am nächsten Tag wurden die Schmerzen bei Florian leider wieder unerträglicher, die Seenotrettung wurde zum zweiten Mal kontaktiert. Den ganzen Nachmittag war ich im Kontakt mit dem MRCC (Maritime Rescue Coordination Center) in Dakar und anschliessend mit dem MRCC in Fort de France. Uns wurden einige Schiffe in der Region angegeben, leider ohne genaue Koordinaten. Dennoch versuchte ich über mehrere Stunden die Schiffe über den Notfunkkanal 16 zu erreichen, leider ohne Erfolg. Am späteren Nachmittag wurden wir informiert, dass der Frachter AOM Aphrodite über 200 Meter lang, den Kurs auf uns geändert hat. Leider war dieser rund 270sm entfernt und wir wurden angewiesen auch unseren Kurs zu ändern. Der Meeting Point befand sich jedoch rund 70sm in der Richtung, in der wir gerade gekommen sind. Gezwungenermassen wurde der Kurs sowie auch die Segelstellung geändert. Fortan hiess es 20 Stunden auf Halbwindkurs gegen Wellen und Strömung anzukämpfen. Der vereinbarte Treffpunkt, welcher sich in der Mitte des Atlantiks befand, wurde rechtzeitig erreicht. Die Yum Yum sah neben dem Frachter winzig aus. Wer dachte ein Frachter in dieser Größe hätte ein Beiboot der liegt falsch. Ich musste die Yum Yum so nahe wie möglich parallel zum Frachter steuern, nicht zu Nahe nicht zu weit weg. Über Funk meinte der Kapitän „Don’t come to close, you can destroy your boat“ , ein entspanntes Manöver bei Wellengang sieht anders aus. Florian, sowie auch sein Gepäck, wurde an einem Seil befestigt und zunächst einige Meter durchs Wasser, dann die Bordwand hinaufgezogen. Florian ist mittlerweile in Brasilien angekommen und ist wieder Wohl auf. Die Yum Yum änderte anschliessend den Kurs wieder um 180 Grad, die Segel gesetzt und Kurs auf Barbados aufgenommen. In den folgenden Tagen wurde viel gekocht, gegessen, gekocht und wieder gegessen, Siesta gemacht, Bücher gelesen, das Leben genossen und Fische gefangen. Wobei letzteres sich schwieriger herausstellte als gedacht. Der Atlantik war über hunderte (!) von Kilometern von Algenteppichen verschmutzt. Dies hies für uns Angel raus, wieder rein, Köder von den Algen befreit, Angel wieder rein und dies einige Male am Tag. Die Arbeit wurde jedoch durch die beiden Mahi-Mahi, beide von einer Länge von einem Meter, belohnt. Am zweitletzten Tag fiel dann jedoch noch der Propeller des HydroCharger den Algen zum Opfer. Aufgrund der stabilen Wetterverhältnisse, jedoch teilweise schwächerer Wind als angenommen, wurde in der Nacht, jeweils auch unter dem neu reparierten Parasailor (Gennacker mit 140 Quadratmeter Fläche) nur eine Einzelwache geführt. Unter anderem bei Vollmond, prachtvollem Sternehimmel, unzähligen Sternschuppen oder bei funkelndem Plankton im Wasser vergingen die zwei Stunden Nachtwache jeweils im Fluge. Rund 20sm vor der Insel Barbados wurde früh morgens nach 16 Tagen erstmals wieder Land gesichtet. Nach über 368 Stunden wurde am 29. Dezember 2018 und rechtzeitig für Silvester der Anker vor Port St. Charles heruntergelassen. Nun geniessen wir das Leben an Land wieder bevor es in ein paar Tagen wieder weitergeht. Das Yum Yum Team wünscht allen ein gutes Neues Jahr! PS: Diejenigen welche unsere Reise mitverfolgt haben, haben eventuell bemerkt, dass das Tracking einige Tage nicht funktionierte. Die GPS Positionsdaten werden im Notfallmodus nur dem MRCC zur Verfügung gestellt.



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